Der weltweite Resettlement-Bedarf sinkt – ein gutes Zeichen?
Zum zweiten Mal in Folge sinkt die Zahl der Flüchtlinge, die Resettlement benötigen. Laut UNHCR werden im Jahr 2027 weltweit rund 2,4 Millionen Flüchtlinge auf eine Neuansiedlung angewiesen sein. Damit ist der Bedarf gegenüber den Jahren 2025 (2,9 Mio) und 2026 (2,5 Mio) leicht zurückgegangen.
Menschen benötigen Resettlement in ein neues Land, wenn sie in dem Land, in das sie geflüchtet sind, weiterhin erheblichen Gefahren ausgesetzt sind und weder eine sichere Rückkehr in ihr Herkunftsland noch eine dauerhafte Integration vor Ort möglich sind.
Der anhaltende Rückgang des Bedarfs wirkt auf den ersten Blick positiv. Tatsächlich ist er jedoch nicht unbedingt nur auf verbesserte Lebensbedingungen zurückzuführen, sondern etwa auf Rückführungen oder veränderte Fluchtbewegungen. So ist beispielsweise der Resettlement-Bedarf afghanischer Flüchtlinge im Iran und in Pakistan gegenüber dem Vorjahr gesunken. Dies liegt jedoch vor allem an Abschiebungen nach Afghanistan, die zu einem Rückgang der dortigen Flüchtlingsbevölkerung geführt haben. Gleichzeitig steigt der Bedarf auf dem afrikanischen Kontinent, wo die anhaltende Gewalt im Sudan zu einer der schwersten Vertreibungskrisen weltweit geführt hat.
Zur gleichen Zeit brechen die ohnehin begrenzten Aufnahmekapazitäten weiter ein. Nach einem Höchststand von rund 116.000 Resettlement-Aufnahmen im Jahr 2024 stellte die internationale Gemeinschaft für 2026 weltweit nur noch etwa 20.000 Plätze zur Verfügung.
Mehr zu den Hintergründen und regionale Entwicklungen können Sie hier nachlesen: resettlement.de - Global Needs Report
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